Zurückliegende Ausstellungen

Ausstellung "no bodies but minds"

Körperlichkeit in ihrer Vielfalt an Ausdruckswerten und Typen sowie in ihrer Empfindlichkeit gegenüber jeder Deformierung ist eine leitende Quelle der Arbeiten, die Maria Wirth in der Ausstellung präsentiert. Sie zeigen Körper und Figurenkonstellationen, die fragmentiert sind, in fremdartigen Haltungen verfangen, manchmal nackt und verzerrt, posierend oder tanzend, und immer fragil. Was die Arbeiten inhaltlich verbindet, sind ihre hermetischen Referenzen zu Motiven aus antiken Mythologien und philosophischen Diskursen, die sich für all die Gesichter des Leidenschaftlichen, die Suche nach dem Selbst und den Unbestimmbarkeitszonen des Daseins interessieren. 
Der deutsche Philosoph Hermann Schmitz sagte, Kunst sei “das Resultat einer Begegnung des Leibes mit den Gefühlen“. In diesem Sinne verstehen sich die in kraftvolle Farbräume gesetzten Figuren als sichtbare Konterparts von Wirklichkeiten des Gefühls- und Gedankenlebens. Körperlichkeit erweist sich hier als etwas, das vom Geist und dem Gefühlsleben durchdrungen ist, und umgekehrt zeigen sich Geist und Gefühl als etwas, das nicht ohne Körperlichkeit existiert. 

Gemeinschaftsausstellung "FaceAbilities. Portraits à la Art"

Präsentiert werden sechs in ihrer Technik und inhaltlichen Herangehensweise sehr verschiedene Umsetzungen des Genres Portrait. Jede der künstlerischen Positionen für sich, und noch mehr das Nebeneinander ihrer Unterschiede und Gemeinsamkeiten geben Einblicke in die Magie und das intime Gespür für den Anderen, welche künstlerische Portraits besitzen. 

Unter Portrait verstehen wir die Darstellung einer Person mit dem besonderen Anspruch, mithilfe künstlerischer Mittel etwas dieser Person Wesentliches festzuhalten. Der lateinische Wortursprung protrahere (hervor-ziehen) erinnert daran, wie eng damit ein Prozess des Entdeckens und Offenlegens verknüpft ist. Es geht um das Ergründen und Sichtbarmachen des Charakters, der Persönlichkeit und auch der Geschichte des zu portraitierenden Menschen. Zugleich spiegelt jedes Portrait immer auch ihren Hervorbringer wider, denn seine Sicht und seine Ausdruckssprache sind es, in deren Licht das Modell erscheint. Der Weg zum gelungenen Portrait ist ein Zwiegespräch mit dem Gegenüber, das der Künstler mittels seines Blickes, seiner Beobachtung und seiner Einfühlung führt. Während es auf der einen Seite das feine Sensorium des Künstlers für die realistische Nachempfindung bezeugt, so transzendiert das Portrait diese zugleich: auf das hin, was wir das „Innere“, das „Wesen“ eines Menschen nennen. 

   

Die 6 Künstlerinnen und Künstler: Sara Assadi - Malerei und Objektrahmen| Jan Beumelburg - Malerei, Zeichnung und Radierung | Frank Jerke - Photographie | Hamid Sadighi Neiriz - Inszenierte Photographie | Ilona Ottenbreit - Malerei und Zeichnung | Boriana Pertchinska - Malerei und Transformation auf Holz und Jute 

Ausstellung "Figures as Ornaments"

Figures as Ornaments: Leiber, die zu ornamentähnlichen Formationen werden, ornamentale Strukturen, die zu ausdrucktragenden Körpern auswachsen - Tiere, Menschen, Zwischenwesen. Ein Changieren zwischen Linie, Form und einem metaphysisch aufgeladenen Reich der Gestalten. 

 Titelgebend für die Ausstellung ist eine Werkserie der Künstlerin Maria Wirth (*1987 Berlin), die seit 2018 von der Dekonstruktion und formalen Verzerrung des menschlichen und immer wieder auch tierischen Körpers in Kommunikation mit Rhythmen ornamentaler oder abstrahierter organischer Formen geprägt ist. Immer wieder geht es um den Moment, in dem Linie und Form in Bewegungssuggestionen, Gefühlsanmutungen und auch synästhetische Charaktere umschlagen: es geht um Gestaltwerdung und Gestaltauflösung. Aus philosophischer Perspektive ist die Werkserie ein Nachdenken über die Einheit und Konsistenz von Identität und Bedeutung. 

Als Gastkünstler begrüßen wir den Iraner Mohsen Tighbakhsh alias Tiba (*1968 Teheran). Seine Malgründe sind handgewebte Teppiche vor allem aus Iran aber auch aus anderen Ländern wie Türkei, Griechenland und Nordafrika. Sie sind Zeugen uralter Lebensformen und besitzen je nach Herkunft spezielle Farben, Strukturen, Materialien und Alter. Unter Tibas Händen, seinerseits auch Meister der Webtechnik und virtuoser Tätowierer, entstehen auf diesen seltenen Teppichen spiralisch konturierte Figuren, die den rauen, haptischen Charakter des Hintergrundes mit farbiger Strahlkraft und einer Leichtigkeit in der Form durchbrechen. Jedes Motiv findet seine Balance in einem Miteinander von Figuration und Abstraktion. 

Ausstellung "Zwielicht"

Zwielicht. Mit der Dämmerung wird alles Sichtbare in eine unheimliche Mehrdeutigkeit getaucht. Diesem Übergang von Tag zu Nacht, der unsere Wahrnehmungen unsicher werden lässt, wohnen eine eigentümliche Magie und das Vermögen inne, unsere Phantasie in Bewegung zu versetzen. Die Ausstellung versammelt Arbeiten von Dana Bennewitz und Jan Beumelburg, in denen sich der Begriff des „Zwielichts“ in seinen ganz verschiedenen Bedeutungen widerspiegelt. Wir begegnen der geheimnisvollen Ambivalenz von Träumen und alten Mythen, Auseinander-setzungen mit dem „Unbewussten“ und originellen Lösungen für einen Spagat zwischen Wirklichkeit und Imagination. 

Ahnungen des Geheimnisvollen und Magischen haben schon immer menschliche Gesellschaften begleitet. Jedoch: Sind wir heute ihrer nicht umso mehr bedürftig, heute, in einer Welt der Ökonomiefixierung, Rationalisierung und Effektivierung? Das ist eine der Fragen, die uns diese Ausstellung mitgeben kann. 

Ausstellung "UnMaking Characters"

Die Frage nach dem Ich ist seit der Moderne der Scheidepunkt für das Gelingen des eigenen Lebens - We are made and we are making characters. In dieser Ausstellung lassen sich Sara Assadi (Iran), Maria Wirth (Deutschland) und Marek Benczewski (Polen) von der Bedeutungskomplexität des englischen Wortes Character inspirieren, um zeitgenössische Vorstellungen und Erfahrungen des Selbst mit künstlerischen Mitteln zu reflektieren. Das Selbst als „Character“ ist Persönlichkeit, ist individuelle Psyche, ist Expression, ist Imperativ. Es ist ein sowohl gemachter wie auch sich selbst kreierender Prozess. Um das sichtbar zu machen, experimentieren die drei KünstlerInnen mit dem „UnMaking“, das heißt, der Dekonstruktion von Charakteren. Der Gehalt ihrer Arbeiten entsteht durch das Auflösen, das Entflechten von klaren Rollen, Formen und Vorstellungen. 

Ausstellung "Surreal Gardens. Between Baku and Berlin""

Surreal Gardens between Baku and Berlin - erstmalig präsentieren Günay Shamsi, Aserbaidschan, und Maria Wirth, Deutschland, gemeinsam in einer Ausstellung ihre Malereien und Objekte. Auf je individuelle Weise versetzen sie surrealistische Gestaltungsprinzipien und Motive in ein neues, lebendiges und experimentierfreudiges Feld junger, postpostmoderner Kunstschöpfung.
 
 Die facettenreichen, feinsinnigen und diskussionsstiftenden Ideenwelten, die in den Kunstwerken von Günay Shamsi und Maria Wirth zu Sichtbarkeit gelangen, sind in dieser Ausstellung darüber hinaus zu einer ästhetischen Gesamtkomposition verbunden: zu einem surrealen Garten, der zum Durchwandern und Durchdenken einlädt.