15.03.-18.04.2024

Wanderjahre

Louis G.N. Busman

Louis, Busman, Malerei, Landschaft, Reisen, Wanderjahre, feinart berlin, 2024

Vernissage im Rahmen des CHARLOTTENWALK
Freitag, 15.03. 18:00-21:00 | 19:00 Offizielle Einführung

Sonderöffnungszeiten zum CHARLOTTENWALK
Samstag, 16.03. 12:00-19:00

Vor 80 Jahren wurde Louis George Nicolas Busman in Maarssen, Niederlande geboren. „Man will immer weg, um wieder nach Hause zu kommen“, so zitiert ihn 1991 der Kunstwissenschaftler, Schriftsteller und Kritiker Dr. Olav Münzberg im Vorwort eines Katalogs mit dem Titel „Ausflüge“. Ein bescheidener Titel, denn es hat vielleicht nichts mehr Louis G.N. Busmans Leben geprägt wie das Reisen: Europa von Italien bis Norwegen, von England bis Ungarn; Argentinien, Chile und Peru, Panama, Guatemala, Mexico, USA, Kanada, Japan, Hong-Kong, Thailand, Libanon, Namibia, Marokko. 


Im Jahr seines zehnten Todestages ist die Ausstellung „Wanderjahre“ den Landschaften dieses Malers aus Passion gewidmet. Die verschiedenen Gesichter seiner Landschaftsgemälde stehen für eine Sehnsucht nach Ferne, Abenteuer und Freiheit, zugleich aber für etwas zutiefst Innerliches, Ruhendes. Wie das Auge in eine Landschaft hinein wandere, so kehre es wieder zurück — „ein Kreislauf“, schreibt Louis G.N. Busman. Was bedeutet für ihn Landschaft? „Tief einatmen können.“ In jeder Landschaft ruhe ein Staunen über das Dasein und auf der anderen Seite die Introspektion: „Ichpunkt. Ruhepunkt. Beobachtungspunkt. Existenzpunkt.“ Der Maler ist in seiner Arbeit fühlend, denkend einbegriffen.(1)


Was zeigt sich dem Betrachter in einem mit Wasser aufgesogenen Sumpfland voll satter Grasbüschel aus trunkenem Grün (Esteros del Iberá, 2011), was hören wir in der Gischt spuckenden Brandung, die aufschäumt vor blanken Kieselsteinen (West of British Columbia, 1997), wie riecht die ausgehöhlte, brache Erde im Tagebau Lausitz (Das Loch, 1991)? Die Gemälde von Louis G.N. Busman spüren den sinnlichen Eigenschaften der natürlichen Umgebung nach, versuchen, mit Farbe und Duktus zu greifen, was so elementar ist wie ganz persönlich: Licht, Frische, Trockenheit, Kühle, der Sturm im Gesicht, Hitze, Durst, Einsamkeit, Stille und Rauschen. Und immer ist es der Blick des Betrachters, der hinein fließt in den Körper einer Landschaft.


„In die Welt zieht es ihn, um in der fernen Stille oder in lautloser Nähe das zu finden, was als Urlandschaft sein individuelles Dasein berührt. Es ist die elementare Kraft der Natur, die er spüren, atmen, hören und sehen will. Er will das Geheimnis ihres Inneren entdecken. Das nicht von Menschenhand Geschaffene, das sie verborgen hält.“(2)


Louis G.N. Busman, geboren 1944 in Maarssen, Niederlande, studierte von 1960 bis 1965 an der Pädagogischen Akademie Alkmaar und nach kurzer Lehrtätigkeit ab 1967 an der Gerrit-Rietveld Akademie in Amsterdam. 1971 siedelte er nach Berlin über. Seit 1979 ist er Mitglied im Verein Berliner Künstler, seit 1986 Initiator der Gruppe „Maler vor Ort“ und Mitglied im Deutschen Werkbund und Künstlersonderbund. 2000 wurde er mit dem ARAG-Kunstpreis ausgezeichnet. Seine Werke sind in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten, darunter in der Kunstsammlung von Königin Beatrix der Niederlande. Louis G.N. Busman verstarb 2014 in Berlin.

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1 Alle Zitate im Text aus: Olav Münzberg. Rekonstruktionen eines Gefühls - Es gibt sowieso kein Jetzt - Bilder von Louis, in: Louis. Ausflüge, Berlin 1991, S. 5f.

2 Dr. Petra Lange über Louis G.N. Busman, in: Katalog ARAG-Kunstpreis 2000, S.2.