09.03. - 20.04.2023

Thomas Kleemann

Fortsetzung einer Wiese

Ausstellungsrundgang
Samstag, 01.04. 17:00 | Thomas Kleemann führt im Gespräch über technische und inhaltliche Hintergründe seiner künstlerischen Arbeit durch die Ausstellung. Eines der Themen sind wichtige Bezüge zu Persönlichkeiten der Kunstgeschichte.

Die illusionistische Kraft, die den Werken von Thomas Kleemann innewohnt, lässt vor den Augen des Betrachters Räume aus architektonischen und landschaftlichen Elementen entstehen. Polyperspektivisch und plastisch formuliert, oft mit Siliziumkarbit und pastoser Binderfarbmasse aufgebaut, scheinen sie sich beinahe begehen und anfassen zu lassen: Tunnel, Treppen, Ruinen, Mauern, dazwischen Farbschollen aus Lichtgelb, Kobaltblau oder Rot-Orange, dann ein Ufer, eine Klippe. Die Bedeutung dieser Dinge, oder: Zeugen der sichtbaren Welt bleibt rätselhaft und nährt unsere Phantasie. Dies macht Kleemanns Bildwelten autonom und unerschöpflich. Sich der Trennung von Abstraktion und Realismus widersetzend folgt der Künstler dem Ansatz, alles von der Malerei her zu denken, das heißt, Bildräume aus der Eigenlogik von Form und Farbe heraus zu entwickeln. Für den Betrachter öffnen sich so zugleich autarker Raum wie Zeit, in die er eintreten kann. — Was ist hinter der Oberfläche der Realität? Nichts vielleicht. Vielleicht alles.

Thomas Kleemann, 1954 in Geesthacht geboren, beschloss sein Studium an der Hochschule der Künste Berlin als Meisterschüler bei Johannes Geccelli. 1983 war er Stipendiat der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo, Casa Baldi, und 1986-88 der Karl-Hofer-Gesellschaft, seit 1985 ist er freischaffend als Künstler tätig und lebt und arbeitet in Berlin und Melz/ Müritz. Kleemann verzeichnet zahlreiche Ausstellungen in namhaften Kunstvereinen, Galerien und Museen u.a. in Berlin, Hamburg, Potsdam, Düsseldorf, Saarbrücken, Mannheim, Dresden, Kiel, München, bspw. Einzelausstellungen im Ostholstein-Museum Eutin, Kulturforum Villa Oppenheim Berlin oder Rosenhang Museum Weilburg. Seine Werke befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen in über 20 Ländern, darunter Berlinische Galerie, Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin, Daimler Art Collection Berlin, Kultusministerium Schleswig-Holstein, Bürgergalerie Kiel.