Corona Intra View no.16: Uwe Sernow-Rose

Ich finde die Aktion der Galerie feinart berlin besonders bemerkenswert, weil sie den Künstlern mit den Corona Intra Views ein Forum schafft sich mitzuteilen über ihre ganz eigenen Gedanken zur Corona-Zeit. 

Da freie Künstler fast keine Lobby haben, wird ihre Situation in der Öffentlichkeit zur Zeit wenig wahrgenommen. Ihre Darstellungsorte sind die Galerien und ihre eigenen Ateliers sowie wenige Berichterstattungen in den Medien TV, Radio und Internet. Da aber leider der Betrieb aller Galerien für einige Monate als Ort des Gedankenaustausches und der Künstlergespräche ausgefallen ist, ist für die Künstler die Möglichkeit der Reflektion und des Meinungsaustausches kaum gegeben. Viele Künstler haben in diesem Zusammenhang jetzt auch noch finanzielle Engpässe. Deshalb ist die behutsame Zurücknahme der Beschränkung für sie besonders wichtig, damit sie ihre Aktivitäten wie zum Beispiel Kunstkurse und Führungen in den Ateliers durchführen können. Die Sichtbarkeit von Künstlern und ihren Kunstwerken ist auch leider nicht mit einem Internetauftritt zu kompensieren, da die Rezeption von Kunst die Dreidimensionalität und die Ausstrahlung ihrer Sinnlichkeit umfasst, was ein Internetauftritt sowie eine Videoinstallation nicht immer leisten kann! 


Auch sollte für die Künstler ein Kulturinfrastrukturprogramm fester Bestandteil werden, sowie Aufträge für den öffentlichen Raum oder Gebäude des Berliner Senates und der Bezirksämter vorwiegend an freischaffende Künstler (Bilder, Wandmalereien und Plastiken) vergeben werden. Das hatten wir alles schon einmal in den 50er und 60er Jahren.


Diese jetzige Pandemie war voraus zu sehen, denn sie war nicht die erste. Die Gesundheitssysteme der meisten Länder waren entweder nicht gut vorbereitet oder vollkommen überlastet und schlecht organisiert bzw. gar nicht vorhanden. Viele Teile der Welt, die heute noch unter den Nachwirkungen der Kolonialzeit leiden, sind von der Corona-Pandemie stark betroffen, besonders Schwarzafrika, Südamerika sowie die indigenen Völker. In den Industriestaaten sind es die Gewinnmaximierung der Wirtschaft, die Privatisierung der Krankenhäuser sowie die allgemeine Vernachlässigung der Gesundheitssysteme, wie zum Beispiel in den USA, in Großbritannien und in vielen anderen Ländern, die zu den extrem hohen Zahlen an Corona-Erkrankungen und Todesfällen führten. Für mich hat die größte Priorität eine Förderung der Bildung und der Gesundheitssysteme.


Ich persönlich empfinde diese Corona-Zeit als ein Phänomen des Auf-sich-selbst-zurückgeworfen-Seins und damit verbunden als intensive Schaffensphase.

Da ich mein Leben lang einer festen beruflichen Tätigkeit nachgegangen bin und mich jetzt im Ruhestand befinde, bin ich von der Pandemie nicht so sehr betroffen wie alle freischaffenden Künstlerinnen und Künstler. Ich arbeite hier im Havelland im Verborgenen und plane kaum konkrete Vorhaben. Durch meine assoziative Herangehensweise überlasse ich alles dem Zufall und komponiere ohne eine Vorgabe. Eine Interpretation wird erst nach der Vollendung des Kunstwerkes verfasst. Durch meinen großen Freundes- und Bekanntenkreis in der Kunstszene ergeben sich immer wieder neue Möglichkeiten einer Ausstellung oder Ausstellungsbeteiligungen.

On the occasion of the Corona Intra Views, we offer three sculptures by Uwe Sernow-Rose via the gallery.

Inquiries please to Christian Kneisel (christian.kneisel@feinart-berlin.de / +49 157 38782854) or Maria Wirth (maria.wirth@feinart-berlin.de / +49 172 1642919).

Uwe Sernow-Rose
Prometheus

Steel and stainless steel, 60 x 40 x 16cm, 2012, 3200€

Uwe Sernow-Rose

Corona Replikation

Stainless steel, 55 x 40 x 30cm,  2020
1600€

Uwe Sernow-Rose
Rock and Roll 

Steel, 60 x 40 x 30cm, 2018
3600€


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