Corona Intra View no.13: Tiba

feinart berlin: Wie gestaltest/organisierst Du angesichts der pandemiebedingten Restriktionen Deinen beruflichen Alltag?

Tiba: Ich versuche meine Planungen für die nächsten Kunstobjekte von Zuhause aus zu gestalten. Es ist Zeit, um über neue Projekte nachzudenken. In der aktuellen Situation finden alle Vorbereitungen und Überlegungen in meinem Kopf statt, ohne es von Räumlichkeit oder Kontakten abhängig zu machen. 


fb: Erachtest Du den Lockdown im gesamten Kunstbetrieb als angemessen?

Tiba: Nein. Denn es ist für einige Branchen nicht angemessen, wenn man bedenkt, dass im Einzelhandel viel mehr Gefahren zur Übertragung von Infektionen bestehen würde als in einer Galerie. 


fb: Konnten, können Verkäufe von Kunstwerken aufgrund der Kontakt- und Versammlungseinschränkungen (noch) nicht realisiert werden? 

Tiba: Ja, da zum Beispiel die Teilnahme an Ausstellungen und Messen, sowie jede Art von Kooperationen ausgeblieben sind.
 

fb: An was arbeitest Du gerade?

Tiba: Aktuell arbeite ich an einem Entwurf für eine neue Serie von Zeichnungen auf Leinwand.

fb: Hat sich Deine künstlerische Arbeit aufgrund der Entwicklungen der letzten Zeit inhaltlich und strukturell, im Hinblick auf Intensität und Arbeitseinsatz verändert?

Tiba: Ja. Die spontanen Ideen sind wesentlich reduziert.

fb: Wie sieht Dein Blick in die (nähere) Zukunft aus?

Tiba: Schwierig, denn eine geschwächte Wirtschaft beeinflusst den Markt für die Kunstschaffenden. 


fb: Wie wird sich Deine berufliche Situation in den nächsten Wochen und Monaten voraussichtlich entwickeln?

Tiba: Ich werde nach wie vor an neuen Projekten arbeiten und hoffen, dass sich bald wieder Möglichkeiten zur Teilnahme an Messen und Kooperationen eröffnen.

fb: Wie schätzt Du Deine beruflichen Chancen und Probleme nach Ende der Pandemie ein?

Tiba: Für mich ist es, als wenn ich ins Koma gefallen wäre. Somit habe ich keinerlei Vorstellungen, was und wen ich nach dem Aufwachen sehen werde.
 

fb: Wird die derzeitige Krise zu einer nachhaltigen Veränderung des Kunstlebens führen?

Tiba. Mit Sicherheit. In diesen für viele Menschen schwierigen Zeiten, war es die Kunst, die den Menschen Beschäftigung, Motivation, Hoffnung und Ablenkung geboten hat. Somit wird vielleicht auch der Wert der Kunst neu betrachtet und mehr geschätzt.

fb: Welche Auswirkungen wird die aktuelle Situation auf junge KollegInnen, auf Kunsthochschulen und –akademien haben?

Tiba: Es kann möglich sein, dass viele Lern- und Lehrprozesse vermehrt aus der Ferne (Online) stattfinden.

On the occasion of the Corona Intra Views, we offer three Kilim paintings by Tiba via the gallery.

Inquiries please to Christian Kneisel (christian.kneisel@feinart-berlin.de / +49 157 38782854) or Maria Wirth (maria.wirth@feinart-berlin.de / +49 172 1642919).

TIBA
Belief I
From the series „Decay of Cultures,
Marsh-Arab carpet (1960, for wedding ceremonies), acrylic on wood, 100 x 50cm, 2019, 2500€

TIBA
Belief II
From the series „Decay of Cultures,
Marsh-Arab carpet (1960, for wedding ceremonies), acrylic on wood, 100 x 50cm, 2019, 2500€


TIBA
The Dervish
Acrylic on Kilim (Sadjaddeh from Anatolia), 145 x 110cm, 2018
9000€


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