Bevorstehende Ausstellungen


01.07. - 29.07.2021

Vom Wind getragen

Maryam Motallebzadeh

gallery feinart berlin, contemporary art, maryam motallebzadeh, exhibition, niebuhrstrasse 71, maria wirth

Ob Malerei, Tuschezeichnung auf Papier, Installation oder Film, Maryam Motallebzadehs Kunstwerke lassen sich als eine Art Zeitzeugen verstehen - geschaffen im Bewusstsein um die bestimmte Zeit und den Einfluss bestimmter gesellschaftlicher und politischer Umstände, die das Erleben und Denken der Künstlerin beeinflussen. Auch deshalb waren Reisen, Begegnungen mit anderen Kulturen und Lebenswelten, stets eine wichtige Inspirationsquelle für ihre künstlerische Themenfindung.
Ausstellungen der gebürtigen Iranerin haben oft den Charakter von Räumen, die wie Tagebücher angefüllt sind mit Notizen und mit Spuren von Gedanken, Gefühlen und Erlebnissen aus einem bewegten Leben. Die Künstlerin hat sich, zwischen Orient und Okzident wandelnd, intensiv mit Themen wie Heimat, Identität, Sprache und dem Verhältnis von Ich und Natur beschäftigt.

Die Ausstellung „Vom Wind getragen“ steht im Zeichen des Themas Schicksal und versammelt Werke, die formal durch eine besondere Leichtigkeit und Dynamik gekennzeichnet sind. Schnell stößt man jedoch auch hier auf spannungsvolle Stellen, sei es, wo leidenschaftlich zerstäubendes Rot sanfte weiße Flächen angreift, sei es, wo das Motiv des Schleiers ein komplexes Bedeutungsfeld aus Verbergen und Aufdecken, Fremdheit und Intimität, Abweisung und Verführung eröffnet. In der Installation „Hinter dem Schleier“ arbeitet Maryam Motallebzadeh zum Beispiel mit der Symbolik, die dieses Motivs im alten Ägypten und im antiken Griechenland besaß. Dort stand der Schleier für die Scheide zwischen Leben und Tod, zwischen Täuschung und Erkenntnis, Tod und Wiedergeburt. 

Einige der in der Ausstellung gezeigten Arbeiten sind während der Corona-Pandemie entstanden und betonen die aktuelle Brisanz von Fragen nach Vergänglichkeit, Ungewissheit und, nicht zuletzt: der Liebe.


05.08. - 02.09.2021

Wildbahn Berlin

17 Jahre Photographie der Berliner Kunstszene von Jan Sobottka

gallery feinart berlin, contemporary art, jan sobottka, wildbahn, exhibition, niebuhrstrasse 71, maria wirth

In der Ausstellung zeigt Jan Sobottka ausgewählte Ergebnisse aus 17 Jahren Photographie der Berliner Kunstszene und ihrer Protagonist*innen - festgehalten in zwei Sujets: zum einen der Dokumentation von zahlreichen Eröffnungen in Galerien, Museen und Ateliers, zum anderen der Arbeit mit Modellen im privaten, intimeren Raum jenseits der Öffentlichkeit. Um einen Blick auf die Persönlichkeiten zu werfen, die hinter Jan Sobottkas Portraits stehen, wird die Ausstellung von originalen Kunstwerken einiger der abgebildeten Künstler*innen ergänzt.


Gastkünstler*innen
 Photographie: Roger Ballen, Manfred Carpentier, Michael Dressel // Malerei, Graphik und Objekt: C.D. Aschaffenburg, Horst Bartnig, COLETTE Lumiere, Angela Dwyer, Samira Freitag, Elisabeth Masé, Jonathan Meese, Wolfgang Petrick, Pina Rath, Maria Wirth // Digital Art: Gerhard Mantz,  // Text: Alexander Kluge, Lilian Noetzel

Geplante Veranstaltungen
Vernissage-Tage Do, Fr, Sa 05./06./07.08.2021 jeweils 17:00-21:00
Do 19.08.2021 19:00 Vortrag Bazon Brock


Über den Künstler

Als Maler bei Prof. Wolfgang Petrick an der HfBK ausgebildet, lebt der künstlerische Stil seiner Photographie von seinen Kenntnissen über Gestaltungsprinzipien und Motivgeschichten aus der Malerei. Insbesondere in den Portraitarbeiten zeigt sich der Einfluss der Renaissance auf Jan Sobottkas Art der Lichtführung, die Wahl des Bildausschnittes und die geschlossene Komposition. Wie die Maler damals faszinieren ihn der Blick und die Pose als Ausdrucksträger des Selbstverständnisses, Stolzes, ja, des Geheimnisses einer Person.

www.catonbed.de - Der Fundus, aus dem Jan Sobottka seine Photographien auswählt, ist mit rund 50.000 Bildern das größte, frei zugängliche Online-Bild-Archiv der Berliner Kunstszene. Als Dokumentation angelegt erzählt das Archiv davon, wie sich der Photograph immer auch für die Geschichten interessiert, die hinter den eingefangenen Gesichtern stehen. Der Schlüssel seiner Kunst liegt im Aufbau einer natürlichen, gegenseitigen Beziehung zu seinem Gegenüber.

Ein Credo des Photographen ist die Arbeit mit available light, das heißt, mit dem vor Ort verfügbaren Licht. Sich auf Licht als eine ungewisse, instabile Komponente einzulassen, die Herausforderung, gute Einstellungen in Räumen zu entwickeln, so, wie er sie vorfindet, hierin liegt eine wichtige Quelle der Inspiration.

Seit 2007 arbeitet Jan Sobottka mit Modellen. Im Unterschied zur klassischen Studio-Photographie entwickelt er die Shootings in seinem privaten Umfeld, oft ohne abgestecktes Zeitfenster und szenische Regie. Überwiegend sind die Modelle junge Frauen und es liegt einer ihrer Reize darin, dass die Photographien immer auch das Thema Weiblichkeit verhandeln - in allen Facetten ihrer melancholischen, vom Leben gezeichneten, einsamen, verspielten, kokettierenden oder lustvollen Gestalten, aber auch durch die Frage nach dem Bedürfnis von Frauen nach der Anerkennung ihres Körpers, dem Gefallen und Gefallenwollen gegenüber Betrachtern. Aus dieser Sicht lassen sich Sobottkas Photographien auch mit der nach wie vor aktuellen Debatte über Geschlechterbilder in Verbindung bringen, die die Formen der Selbstbestimmung von Frauen in der modernen westlichen Welt maßgeblich geprägt haben.


14.10. - 11.11.2021

Much deeper than Water

Ebrahim Ehrari